Wie du den Fear & Greed Index richtig liest

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Der Crypto Fear & Greed Index fasst die Marktstimmung in einer einzigen Zahl zwischen 0 und 100 zusammen. Er wird überall zitiert — und oft fälschlich als Timing-Werkzeug verstanden. Hier erfährst du, was er tatsächlich misst.
Was in die Zahl einfließt
Die bekannteste Version wird einmal täglich von Alternative.me veröffentlicht. Laut der Methodik-Seite kombiniert sie mehrere Faktoren, die sich fast alle auf Bitcoin beziehen:
- Volatilität (25 %) — die aktuelle Volatilität und die Kursrückgänge im Vergleich zu den letzten 30 und 90 Tagen. Ungewöhnlich hohe Volatilität wird als Angst gewertet.
- Marktdynamik und Volumen (25 %) — aktuelles Volumen und Momentum im Vergleich zu den jüngsten Durchschnittswerten. Starkes Kaufvolumen wird als Gier gewertet.
- Social Media (15 %) — wie viel über Bitcoin gepostet und interagiert wird.
- Umfragen (15 %) — wöchentliche Umfragen; laut Herausgeber ist dieser Teil derzeit ausgesetzt.
- Dominanz (10 %) — der Anteil von Bitcoin am gesamten Kryptomarkt.
- Trends (10 %) — das Suchinteresse bei Google für Begriffe rund um Bitcoin.
Das Ergebnis reicht von Extreme Fear (nahe 0) über Fear, Neutral und Greed bis Extreme Greed (nahe 100).
Typische Fehler im Umgang mit dem Index
- Ihn als Kauf- oder Verkaufsknopf behandeln. Der Index beschreibt die jüngste Vergangenheit. Extreme Angst kann wochenlang anhalten, während die Kurse weiter fallen, und extreme Gier kann eine lange Rallye überdauern.
- Ihn auf jeden Coin anwenden. Er basiert überwiegend auf Bitcoin-Daten. Ein kleiner Token kann sich völlig anders verhalten.
- Einen einzelnen Tag isoliert betrachten. Ein einzelner Wert sagt wenig aus; aufschlussreicher sind die Richtung und wie lange der Index in einem Extrembereich bleibt.
Wie er dir tatsächlich helfen kann
Am nützlichsten ist der Index als Spiegel deiner eigenen Gefühle. Wenn du plötzlich den Drang verspürst, alles zu kaufen, und der Index Extreme Greed anzeigt, geht es dir wahrscheinlich nicht allein so — und kollektive Euphorie ist selten der beste Moment für große, überstürzte Entscheidungen. Umgekehrt gilt dasselbe für Panikverkäufe.
Manche Anleger nutzen ihn, um sich selbst zu bremsen: Sie legen zum Beispiel vorab fest, dass sie an Tagen, an denen der Index im Extrembereich steht, nichts an ihrem Plan ändern. Das ist ein Werkzeug für Disziplin, keine Prognose.
Nur zu Bildungszwecken, keine Finanzberatung. Krypto-Assets sind volatil, und du kannst Geld verlieren.
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